Julische Alpen - Friaul Day 3 / 2023
Sonntag 28.05.2023
02:00 Plötzlich fängt es auf dem Zelt an zu trommeln..... Regen. Überlegen, was könnte draussen rumliegen das nass werden könnte. Es trifft mich wie ein Blitz, der Ladestecker am Motorrad zeigt gen Himmel und es ist ein Adapter eingesteckt, der die Fernbedienung der Insta Cam lädt. Ach du meine Güte, Kurzschluss, Kabelbrand, Motorradbrand, Camper brennen, der Campingplatz steht in Vollbrand, die Welt brennt, die Menschheit ist Geschichte. Nun ja, mindestens Mani Matter hätte es so gesehen. Aber kombiniert mit meinem Drang, unbedingt das Bier im 100m entfernten Sanitärgebäude loszuwerden, hat mich dann schon dazu bewogen, mit dem Badetuch als Schirm in die grosse nasse Welt auszuschwärmen und nach dem Rechten zu sehen. Ein blaues Lichtlein am Ladestecker verriet mir, dass die Panik völlig umsonst war. Die Menschheit wird wohl weiter existieren und das Bier war ich auch bald los.
Am frühen morgen dann auschecken, Gipfeli, Kaffee, unser allmorgentliches Ritual. Um 09:00 geht es los. Zündung ein und ab. Es geht durchs Pustertal und da ahnten wir auch noch gar nicht, was das Wetter mit uns machen würde, welch miese und sehr sehr schlechte Laune es doch haben würde. Aber zurück zum Pustertal. Wir waren nicht die einzigen, die die glorreiche Idee dazu hatten und so kam es, dass pulkartiges Verhalten von etwa 15 Motorrädern aufkam. Also mal runterschalten und überholen. Samba wollte auf uns warten, aber Morini raste einfach an ihm vorbei, hatte er doch um die 46 Grad Fieber, da er zuvor bestimmt von einer Tarantel gestochen wurde. Er hatte keine Navidaten, nahm aber an voderster Stelle so eine Art Road Campain ein, aber mit dem Unterschied, dass ihm völlig egal war, wo seine Schäfchen waren. Na egal, eine gefühlte Stunde später kam er von seinem Tripp runter und wartete dann doch an der nächsten Kreuzung. Und dann kam auch Samba hoch zu Ross angeritten. Jetzt erst mal Benzin tanken und einen Kaffee trinken. Dann würde es dann schon noch gut kommen. Aber es kam nicht gut, aber dazu später. An der Tanke übrigens hat uns ein netter Biker noch angesprochen, ob wir die seien, die Reise Videos produzieren würden. An dieser Stelle Dir und natürlich all den anderen Video Abonnenten ein Dankeschön für die Treue.
Via Plökenpass gings dann nach Italien, wo mich die ganze Zeit diese dunkelgrauen Wolken am Himmel beschäftigten. Am Forcola di Luis Pass gings rechts hoch Richtung Monte Dimon.
Nach einem Drohnenflug und einigen Bildern im Kasten gings nach Cedarchis in eine feine Osteria. Italien ist ja berühmt für millionen Verianten an Pasta, und das ist auch gut so. Denn es war saulecker.
Nach gut einer Stunde wollten wir auf die Sella val Calda. Die Strasse war gesperrt und der Himmel wurde immer dunkler als würde er uns zeigen wollen, tut das nicht. Na gut, dann die Route auf die nebenan liegende Sella del Monte umgeplant. Landschaftlich her gesehen ein Traum, eigentlich. Es fing an zu regnen, dann etwas mehr und wir zogen unsere Regenklamotten an in der Meinung, dass das dann schon wieder weg würde. Aber es kam anders. Es schüttete aus Kübeln, ja schon richtig sintflutartig. Aber eigentlich war die Sella del Monte gemäss Auskunft anderer gleichgesinnter Motorrad Buddies ein Traum, eigentlich. Wir kamen durch one way Tunnels und vermutlich wäre das bei sonnenschein ein ultimatives Erlebnis gewesen. Aber es schüttete weiter. Und wenn mal eine Pause war, dann höchstens 5 Minuten.
Über Ovaro nach Lauco wurde es nicht besser und langsam kam ich mir vor wie lebend in einer Waschmaschine gefangen. Und dann kam der Punkt wo wir entschieden, südwärts von der Route auszubrechen und via Udine nach Palmanova zu fahren. Es lohnt sich, mal nach diesem Städtchen online zu suchen.
In Palmanova dann erst mal duschen und alles trocknen, das tagszuvor, in der Nacht und tagsüber gelitten hatte. Manch einer hatte einen Wassereinbruch und beinahe hätten auch meine Stiefel dran glauben müssen. Aber, ende gut, alles gut. Wir hatten doch noch sonnenschein bei 26 Grad. Vis a vis unseres Hotels war dann ein Restaurant, wo wir sehr gut assen. Stichwort Bistecca di Fiorentina.
Morgen werden wir wieder in die Route einsteigen, denn wir sind jetzt wieder getrocknet. Aber dazu dann später mehr.
Spicki

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